11.01.2019 / Berichte CVP/EVP Fraktion / /

Bericht aus der CVP/EVP-Fraktion und dem Grossen Rat vom 9. Januar 2019 von Kantonsrat Gallus Müller, Guntershausen

Bericht Gallus Müller als pdf

Am vergangenen Mittwoch traf sich der Grosse Rat des Kantons Thurgau zu einer Halbtagessitzung in Weinfelden.

An der morgendlichen Fraktionssitzung nahm zum ersten Mal auch Corinna Pasche-Strasser aus Bischofszell teil. Wir freuen uns, mit ihr eine tatkräftige Frau in unseren Reihen zu haben und wünschen ihr im neuen Amt auch viel Befriedigung und Freude. Im Rat erfolgte als erstes dann auch ihr Amtsgelübde.

 

 

Als zweites stand die Umsetzung der durch die erheblich erklärte Motion geforderte «Standesinitiative Integrationskosten» an. Mit einer kleinen Änderung wurde diese mehrheitlich zur Einreichung an die Staatskanzlei überwiesen.

 

Der Antrag zum Erstellen eines «Berichtes über die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung im Kanton Thurgau», welcher von Kathrin Bünter (CVP, Gerlikon), Dominik Diezi (CVP, Stachen) und Sabina Peter Köstli (CVP, Ettenhausen) sowie Elisabeth Rickenbach von der EVP und weiteren als Erstunterzeichnende eingereicht wurde, hat eine breite Zustimmung im Rat erfahren. Nachdem vor 10 Jahren das DEK eine Erhebung «Familienergänzende Kinderbetreuung im Thurgau» vorgelegt hatte, ist die Zeit reif, die heutige Situation neu zu erfassen und so einen Überblick über alle Angebote im Kanton zu erhalten.

In der heutigen Zeit, wo die Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit sich zu einem Kernbereich der Gesellschaft entwickelt hat, ist ein Überblick über die vorhandenen Betreuungsangebote nicht nur richtig, sondern auch hilfreich, um sich die für jede Familie richtige Form der Kinderbetreuung auszusuchen. Da auch der Regierungsrat und alle Parteien dieses Anliegen unterstützen, erstaunt die klare Zustimmung von 100 zu 9 Stimmen nicht.

 

Weit mehr zu reden gab die Interpellation «Gestresste Kleinkinder». Interpellant Andrea Vonlanthen sprach von 45 % Kindern, die bindungsgestört seien, dies vor allem wenn sie zu früh in eine Kinderkrippe gegeben werden. Dies sollte frühestens ab dem 3. Lebensjahr erfolgen. In der Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass die Betreuung der Kleinkinder möglichst durch die gleichen Personen erfolgen soll, so kann ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden. Unsere Fraktionssprecherin Kathrin Bünter (CVP, Gerlikon) wies richtig darauf hin, dass die wichtigsten Bezugspersonen immer die Eltern sind, werden doch die Kinder in der Regel nur an einem bis 2 Tagen in die Kita gegeben. Und dort haben sie zudem immer die gleichen Betreuungspersonen. Aus Erfahrung bestätigt sie, dass die Bezugspersonen, zum Beispiel in Kitas, äusserst wertvoll und so eine gute Ergänzung zu den Eltern sind. Die Hauptverantwortung bleibt zu jeder Zeit bei den Eltern.

Die Politik kann aber dafür sorgen, dass, in Ergänzung zur Familie, Angebote und Rahmenbedingungen geschaffen werden, welche es allen Familien erlauben, dasjenige Modell der Kinderbetreuung zu wählen, welches für sie und die Kinder das richtige ist. Es darf nicht sein, dass die verschiedenen Modelle gegeneinander ausgespielt werden.

 

Als letztes Traktandum wurde noch die Interpellation von Josef Gemperle (CVP, Fischingen) und weiteren Erstunterzeichnern, «Öffentliche Apotheke im Kantonsspital Frauenfeld» besprochen.

Dank dem Vorstoss wurde in Frauenfeld das gemeinsame Projekt der Apotheker, der praktizierenden Ärzteschaft und dem Spital Thurgau AG lanciert. Die Horizont Apotheke wird neu von der gemeinsamen Horizont Apotheke AG geführt.

Es wurde mehrheitlich dem Anliegen von Josef Gemperle und unserem Fraktionssprecher Alex Frei (CVP, Eschlikon) beigepflichtet, dass auch die Campus Apotheke Münsterlingen in ein ähnliches Model umgewandelt wird, da auch dort über die Rechtmässigkeit der Besitzverhältnisse unterschiedliche Ansichten bestehen.

Allen wichtig ist aber, dass die flächendeckende Grundversorgung gestärkt wird, zum Wohl der Bevölkerung.