09.06.2021 / Artikel / /

Faire und sehr informative Podiumsveranstaltung über die 2 Agrar-Initiativen

Die drei CVP-Ortsparteien, Bichelsee-Balterswil, Eschlikon und Fischingen organisierten eine Podiumsveranstaltung zu den Agrar-Initiativen, «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide sowie über die Trinkwasser-Initiative. Als Pro-Referent konnte Kantonsrat Simon Weilenmann und als Kontra-Referent Urs Schneider, Vize-Direktor des Schweizerischen Bauernverband gewonnen werden. Das Podium leitete Kantonsrat Kilian Imhof.

40 Besucherinnen und Besucher verfolgten den spannenden Politischen Anlass.

 Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide»

Der Pro-Referent Simon Weilenmann stammt aus Basadingen. Er produziert als Biobauer seit dreissig Jahren erfolgreich eine breite Palette von gesunden Lebensmitteln. Die Initiative will den Einsatz von synthetischen Pestiziden in der Produktion verbieten, und zwar auch importierte Lebensmittel, damit schliesst sie eine Lücke bei der Trinkwasser-Initiative, welche nur das Inland betrifft. Bereits geringe Mengen an synthetischen Pestiziden können schwere Krankheiten auslösen.

Der Kontra-Referent Urs Schneider stammt aus Amlikon. Er führt die Werbekampagne für den Schweizerischen Bauernverband. Für hochwertige, regionale Produkte braucht es Pflanzenschutz. Ohne Pflanzenschutz ist die Existenz vieler einheimischer Landwirtschaftsbetriebe und Gärtnereien bedroht. Arbeitsplätze sind gefährdet, Regionale Produkte werden durch Importe ersetzt. Der Einkaufstourismus wir angeheizt. Betroffen ist sowohl die konventionelle Landwirtschaft als auch die Bio-Produktion. Bauern ist es nicht mehr möglich, Tierfutter vom Nachbarshof zu beziehen. Nach seiner Sicht sei der von den nationalen Räten beschlossene Absenkpfad zielführender. Die beiden Initiativen seien zu radikal und führen zu einer zu einer substanziellen Reduktion des Selbstversorgungsgrades der Schweiz.

Bei der anschliessenden Diskussion wurden verschiedene Frage an beide Referenten gestellt.

 Trinkwasser-Initiative

Die von der Initiative vorgesehene Umlenkung der Subventionen wird es den Landwirt ermöglichen, im Einklang mit den natürlichen Lebensgrundlagen wirtschaftlich erfolgreich zu produzieren. Das schafft Perspektiven für die Zukunft.

Nebst den Direktzahlungen erhalten Landwirte zusätzlich Unterstützung von der landwirtschaftlichen Forschung, Beratung und Ausbildung sowie Investitions­hilfen. Zudem bietet die achtjährige Übergangsfrist der Initiative den Landwirt genügend Zeit für die nötige Umorientierung.

Unser Trinkwasser ist von hoher Qualität sagen die Gegner. Kaum ein Land au der Welt kennt diesen Luxus. Trotzdem können unerwünschte Stoffe aus Medizin, Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft gefunden werden. Daher können wir in die Kontrollen unseres Trinkwassers vertrauen. Tatsache ist, dass bei Pflanzenschutzmitteln der Grenzwert für Beanstandungen sehr tief angesetzt ist. Für andere Rückstände, die sich zahlreich im Grundwasser finden, wie Medikamente oder Industriechemikalien, gelten aktuell überhaupt keine Anforderungswerte. Unter dem Strich schadet die Trinkwasser-Initiative der Umwelt. Sie führt dazu, dass regionale Produkte durch ökologisch und ethische fragwürdige Importe ersetzt werden.

Anschliessend wurden die Fragen der Besucher zur vollsten Zufriedenheit beantwortet.

Eine gelungene Veranstaltung konnte um 11.40 Uhr beendet werden.

Richard Peter, Balterswil